Bradley Manning ´s Statement verlesen durch seinen Anwalt nach der Urteilsverkündung. @chrhnk #freebrad #thankbrad

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Statements von Bradley Manning, verlesen durch seinen Anwalt nach der Urteilsverkündung.

(Übertragung aus dem englischen @chrhnk original unten)

Die Entscheidungen, die ich 2010 traf, resultierten aus meiner Sorge um mein Land und die Welt in der wir leben. Seit den tragischen Ereignissen am 11. September 2001 befindet sich unser Land im Krieg. Wir führen Krieg gegen einen Feind, der sich uns nicht auf einem traditionellen Schlachtfeld stellt, und aufgrund dieser Tatsache mussten wir die Methoden zur Bekämpfung der Risiken für uns und unsere Lebensweise ändern.
Ursprünglich war ich mit diesen Methoden einverstanden und entschloss mich, freiwillig bei der Verteidigung unseres Landes mitzuwirken. Das war bevor ich im Irak stationiert wurde und täglich geheime Militärberichte las und ich begann, die Moral dessen zu hinterfragen, was wir taten. Zu dieser Zeit wurde mir bewusst, dass unser Bemühen, den Gefahren, die der Feind für uns bereithielt, entgegenzutreten, uns unsere Menschlichkeit hatte vergessen lassen. Wir hatten uns bewusst dafür entschieden, das Leben der Menschen im Irak und Afghanistan abzuwerten. Wenn wir die bekämpften, von denen wir annahmen, dass sie unsere Feinde waren, töteten wir auch manchmal unschuldige Zivilisten. Doch immer, wenn wir unschuldige Zivilisten getötet hatten, entschieden wir den Vorfall hinter dem Schleier der Nationalen Sicherheit zu verstecken und den Vorfall als geheim einzustufen um nicht öffentlich Rechenschaft dafür ablegen und die Verantwortung dafür übernehmen zu müssen.
In unserem Eifer, den Feind zu töten, diskutierten wir intern die Definition von Folter. Wir hielten seit Jahren Gefangene in Guantanamo fest ohne ein ordentliches Gerichtsverfahren. Unerklärlicherweise drückten wir beide Augen zu, wenn es um Folter und Exekutionen durch die irakische Regierung ging. Und wir schluckten unzählige andere Taten im Namen des Krieges gegen den Terror.

Der Schrei nach Patriotismus wird oft dann erhoben, wenn moralisch zweifelhafte Handlungen der Machthaber befürwortet werden sollen. Wenn diese Schreie nach Patriotismus die Logik unserer Handlungen beeinflussen, dann ist es üblicherweise ein amerikanischer Soldat, der ausgesandt wird, diese schlecht durchdachte Mission auszuführen.
Unsere Nation hatte ähnlich dunkle Momente für die Tugend der Demokratie – den „Trail of Tears [Vertreibung der Ureinwohner aus den fruchtbaren Gebieten der USA], das Dred Scott Urteil [ein Sklave, der erfolglos seine Freiheit eingeklagt hatte], dem McCarthyismus, die Internierungslager für Japaner in Amerika – um nur einige zu nennen. Ich denke, dass viele unserer Handlungen seit dem 11. September einmal in einem ähnlichen Licht gesehen werden.
Wie der verstorbene Howard Zinn einmal sagte, “Es ist keine Flagge groß genug, um die Scham zu überdecken, unschuldige Menschen getötet zu haben.“
Ich verstehe, dass ich durch meine Handlungen Gesetze verletzt habe, und ich bedauere, wenn meine Taten jemanden verletzt oder den Vereinigten Staaten geschadet haben. Es war niemals meine Absicht, jemandem zu schaden. Ich wollte den Menschen nur helfen. Als ich mich entschloss, geheime Informationen öffentlich zu machen, tat ich dies aus Liebe zu meinem Land und aus Pflichtgefühl der Öffentlichkeit gegenüber.

Wenn Sie meine Bitte um Begnadigung ablehnen, werde ich meine Strafe verbüßen in dem Wissen, dass man einen hohen Preis zahlen muss um in einer freien Gesellschaft zu leben. Ich werde bereitwillig diesen Preis zahlen wenn dies bedeutet, dass wir ein Land haben können, das auf Freiheit gegründet ist und auf die These, dass alle Männer und Frauen gleich sind.

 

The decisions that I made in 2010 were made out of a concern for my country and the world that we live in. Since the tragic events of 9/11, our country has been at war. We’ve been at war with an enemy that chooses not to meet us on any traditional battlefield, and due to this fact we’ve had to alter our methods of combating the risks posed to us and our way of life.

I initially agreed with these methods and chose to volunteer to help defend my country. It was not until I was in Iraq and reading secret military reports on a daily basis that I started to question the morality of what we were doing. It was at this time I realized in our efforts to meet this risk posed to us by the enemy, we have forgotten our humanity. We consciously elected to devalue human life both in Iraq and Afghanistan. When we engaged those that we perceived were the enemy, we sometimes killed innocent civilians. Whenever we killed innocent civilians, instead of accepting responsibility for our conduct, we elected to hide behind the veil of national security and classified information in order to avoid any public accountability.

In our zeal to kill the enemy, we internally debated the definition of torture. We held individuals at Guantanamo for years without due process. We inexplicably turned a blind eye to torture and executions by the Iraqi government. And we stomached countless other acts in the name of our war on terror.

Patriotism is often the cry extolled when morally questionable acts are advocated by those in power. When these cries of patriotism drown our any logically based intentions [unclear], it is usually an American soldier that is ordered to carry out some ill-conceived mission.

Our nation has had similar dark moments for the virtues of democracy—the Trail of Tears, the Dred Scott decision, McCarthyism, the Japanese-American internment camps—to name a few. I am confident that many of our actions since 9/11 will one day be viewed in a similar light.

As the late Howard Zinn once said, “There is not a flag large enough to cover the shame of killing innocent people.”

I understand that my actions violated the law, and I regret if my actions hurt anyone or harmed the United States. It was never my intention to hurt anyone. I only wanted to help people. When I chose to disclose classified information, I did so out of a love for my country and a sense of duty to others.

If you deny my request for a pardon, I will serve my time knowing that sometimes you have to pay a heavy price to live in a free society. I will gladly pay that price if it means we could have country that is truly conceived in liberty and dedicated to the proposition that all women and men are created equal.

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